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Bundeslehrgang Greven, März 2013


16./17. März 2013: Bundeslehrgang mit Nagai Shihan und Tanaka Sensei in Greven

Es war ein sehr emotionales wie auch turbulentes Wochenende für die mitgereisten Tesshu-ka. Anna-Maria hat die beiden Lehrgangstage für uns alle freundlicherweise in einen ausführlichen Erlebnisbericht verpackt. Viel Spaß beim Lesen, Oss!

Mit Richard Gere von Michelbach zum Lehrgang nach Greven

Am Samstag, den 16. März 2013 machte sich eine kleine Truppe motivierter Karateka vom Dojo Tesshu auf in Richtung Greven. Um 8.30 Uhr war Abfahrt bei Toni Sensei. Es war sonnig, aber eiskalt. Fröstelnd zwängten wir – Toni Sensei und Peter, Gabi und Anna - uns ins Auto. Doch das sollte bald anders werden. Es wurde noch enger –durch die Körperwärme aber auch viel wärmer. Nach einer halben Stunde Fahrt wollten wir Bernhard zusteigen lassen – der stand aber eine Ausfahrt davor im Stau und bescherte uns neben der Verzögerung eine erste Frühstückspause auf dem Parkplatz. Als wir dann komplett waren (außer Manu, der ja einen wesentlich kürzeren Weg hatte als wir), konnten wir endlich weiter düsen – bis Greven waren es ja immer noch über 400 Kilometer.

Die Fahrt sollte aber nicht langweilig werden. Ganz im Gegenteil. Flotte Musik („Hits der 70er“ u.a.) und die vielen Kurven auf der Strecke hielten die Drei von der Rückbank in Schwung. Ganz zu schweigen davon, dass Gabi jeweils die aktuell erklingenden Songs in „Pils-Einheiten“ einteilte und uns so den verpassten Donnerstagabend nach dem Training immer wieder vor Augen führte. Geruchlich sorgten die „Klostein-Bonbons“ (Fishermans Lemon) für Abwechslung, die besonders auf den vorderen Plätzen beliebt waren.

Tesshu mit Shinji Tanaka Sensei

v.l.n.r.: Peter Sempai, Anna-Maria, Manu Sempai, Tanaka Sensei, Toni Sensei, Gabi Sempai


Auch konnten wir gleich an der ersten Raststätte feststellen, dass „Richard Gere von Michelbach“ mit uns fährt. Bernhard, deine Selbsteinschätzungen sind wirklich treffend. So hätte einem ungetrübten Wochenende nichts mehr im Weg stehen können, doch leider kam es anders.

In Greven angekommen: Nach Begrüßung der vielen bekannten Gesichter, nach einer letzten Stärkung vor dem Lehrgang, schlüpften wir in unsere Gi´s und waren für alles bereit. Gespannt waren wir auf die Trainingseinheiten von Tanaka Sensei, 6. Dan, der erneut durch unseren Bundestrainer Akio Nagai Shihan, 8.Dan, eingeladen worden war.

Die Gymnastik übernahm gewohnt schwungvoll Toni Sensei, so dass die von der langen Autofahrt schwer gewordenen Beine wieder durchblutet wurden. Hier passierte doch schon nach knapp fünf Minuten das tragische Ereignis: die Achillessehne von Bernhard riss. Sofort musste er das Training beenden und wurde von Peter ins Krankenhaus begleitet. Aus und vorbei. Schade. (Dabei wollten wir doch gemeinsam am Sonntag die Prüfung bestreiten. Nein, es sollte nicht sein…)

Das anschließende Training wurde von Tanaka Sensei geleitet. In der ersten Einheit dominierten Kihon-Übungen. Tanaka Sensei legte viel Wert auf einen tiefen Stand und auf die korrekte Hüftbewegung. Er faszinierte erneut durch seine schnellen und kraftvollen Zuki. Die Kicks bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Was bei Tanaka Sensei so mühelos aussieht, sorgte bei dem ein oder anderen für Muskelkater in den folgenden Tagen.

Die zweite Einheit befasste sich mit den Kata Bassai-dai und Kanku-dai. Nach einer Wiederholung der Kata konnten in Dreiergruppen die vorgeführten Bunkai-Anwendungen geübt werden. Hier informierte uns Nagai Sensei auch, dass gerade solche Bunkai in Zukunft vermehrt auf den Lehrgängen gelehrt und erübt werden sollen. Eine kurze Freikampf-Einheit rundete das Training ab. Parallel dazu leitete Toni Sensei das Training für die Unterstufe.

Das Training war zu Ende. Wir freuten uns nun auf das traditionelle Abendessen im Hotel Wermelt. In geselliger Runde verging der Samstagabend viel zu schnell.

Spät, erst um 11 Uhr, begann am Sonntag, den 17. März, das Training. Eine kurze Erwärmung durch Peter musste ausreichen, um die müden Beine einigermaßen warm zu bekommen. Es galt keine Zeit zu verlieren. Nochmals leitete Tanaka Sensei das Training: Kihon- und lockere Kumite-Übungen ließen die Zeit schnell vergehen, bevor sich der Vorhang senkte und die Halle unterteilte: Die Prüfungen konnten beginnen. Während ich die Prüfung zum 1.Kyu absolviert (und natürlich nur bestand, damit ich nicht heimlaufen musste), trainierte die Oberstufe die „28.“-Kata bei Tanaka Sensei. Die Farbgurte hatten nochmals die Möglichkeit bei Toni Sensei ihre Techniken zu verbessern, ehe der Lehrgang zu Ende war.

Ein langer Heimweg, durch mieses Winterwetter lag aber noch vor uns. Allein die Verletzung brachte Bernhard den besseren Sitzplatz ein – was die Nachteile wohl aber nicht aufwiegen kann. Was hilft da noch das Image von Richard Gere? Erst am Abend waren wir wieder in der Heimat – es war bereits dunkel und natürlich kalt. Doch als Bilanz konnte jeder etwas für sich vom Lehrgang mitnehmen: „Wer weiß wozu dass noch gut sein soll!“

Oss, Anna.

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