Karate-Do

Einführung in eine Kampfkunst

Die wörtliche Übersetzung der beiden japanischen Wörter, welche den Begriff Karate bilden, ist leere Hand oder leere Hände. Dies begründet sich natürlich auf der einfachen Tatsache, daß Karate als ein System der Selbstverteidigung erdacht wurde und auf den effektivsten Gebrauch des unbewaffneten Körpers seiner Ausübenden aufbaut. Das damalige Karate entwickelte sich als eine Ansammlung von Techniken zum Blockieren oder Ausweichen eines Angriffes und zum Kontern mittels Fauststöße, Hieben mit der offenen Hand oder durch Fußtritte.



Das heutige Karate wurde aus diesem System heraus, durch sorgfältige, der Physis des menschlichen Körpers angepaßten Organisation und Rationalisierung der alten Techniken, weiterentwickelt. Die drei Bestandteile des modernen Karate heutige als Kunst zur Beherrschung von Körper und Geist, als Sport und als wirkungsvolle Selbstverteidigung basieren alle auf der Verwendung der gleichen fundamentalen Grundtechniken.



Der Aspekt der Selbstverteidigung hat im Karate die älteste Herkunft und geht in der Geschichte hunderte von Jahren zurück. Doch erst in unserer Zeit wurden die Bewegungen und Techniken des Karate, welche früher nur mündlich weitergegeben wurden, wissenschaftlich erforscht und Methoden ergründet, die den wirkungsvollsten Einsatz der vielen verschiedenen Körperbewegungen ermöglichen. Das moderne Training basiert auf diesen Methoden und dem Wissen über die Funktionen der menschlichen Muskulatur und deren Einsatz im Karate.



Der Karateka (=Karate-Übender) von heute wird umfassend ausgebildet und ist vorbereitet, geistig wie auch körperlich, um sich gegen jeden möglichen Angreifer erfolgreich zu verteidigen. Als Mittel zur Körperertüchtigung und -beherrschung sucht Karate Seinesgleichen. Der Grund hierfür liegt in der hochentwickelten Dynamik und dem ausgewogenen Gebrauch fast sämtlicher Muskeln des Körpers ein exzellentes und umfassendes Ganzkörpertraining. Karate fördert die Koordination und Beweglichkeit und hilft einen gesunden Körper zu entwickeln. Viele Mädchen und Frauen begannen in Japan mit dem Karate, weil es zusätzlich zur Selbstverteidigung auch hervorragend geeignet ist eine schöne Figur zu erlangen. Karate wird heute von Kindern wie auch Älteren gleichermaßen ausgeübt um körperlich topfit zu sein. In vielen Ländern findet man Karate sogar als Lehrfach in den Schulen.



Karate als Wettkampfsport gibt es hingegen noch nicht sehr lange. Über lange Zeit wurde Karate nur zur Selbstverteidigung und Körper- wie auch Charakterbildung ausgeübt. Dann kam der Wunsch auf, sich im sportlichen Wettkampf zu messen und es wurden Wettkampfregeln erarbeitet und getestet. Heute ist es im Karate möglich Wettkämpfe und Turniere wie in anderen Sportarten durchzuführen. Die Geschwindigkeit und Vielfalt der Karatetechniken sowie das nötige Timing und die manchmal in Bruchteilen von Sekunden ausgeführten Wettkampfaktionen, haben das Interesse vieler sportbegeisterter Menschen geweckt. Die Herausforderung einer sportlichen Auseinandersetzung Mann gegen Mann, Frau gegen Frau, hat mit zu der Popularität des Karate beigetragen.



Der S.K.I.D. (Shotokan Karate International Deutschland) fördert in erster Linie das traditionelle Shotokan Karate. Großer Wert wird auf Tradition sowie Respekt, Fairneß und Höflichkeit gegenüber Lehrer, Trainingspartner und (Wettkampf-) Gegner als Mittel zur Charakterbildung gelegt. Die Grundsätze des S.K.I.D. sollten mit folgenden sieben Worten an die Karateschüler weitergegeben und gelehrt werden:



1. Charakter
2. Ehrlichkeit
3. Höflichkeit
4. Disziplin
5. Tradition
6. Selbstbeherrschung
7. Anstrengung


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